Vonovia Modernisierungen im Lettekiez

Seit April 2017 dauern die umfassenden Baumaßnahmen im Lettekiez an. Von der Vonovia als Leuchtturmprojekt gepriesen, stieß das Vorhaben bei den betroffenen Mieterinnen und Mieter vor allem auf eins: Unverständnis und Verärgerung. So schien naheliegend, dass es der Vonovia wohl weniger darum ging, den Zustand der über die Jahre vernachlässigten Anlage mit mehr als 600 Wohneinheiten endlich zu verbessern, als vielmehr darum, vom günstigen Zins zu profitieren und dazu die Mieten unverhältnismäßig nach oben zu treiben. 10 Euro soll zukünftig der Quadratmeter nettokalt bei einer Neuvermietung kosten, derzeit liegt dieser in einer bewohnten Wohnung durchschnittlich bei etwa 5,50 Euro. Insgesamt also ein lukratives Geschäft für ein börsennotiertes Unternehmen. Doch verdrängen möchte die Vonovia nach eigenen Aussagen niemanden. Eine Aussage, die seither kaum Zuversicht weckt: Die Realität zeigt, dass bereits mit der Modernisierungsankündigung im Februar die ersten, teils langjährigen Mieterinnen und Mieter weggezogen sind. Oder wegziehen mussten, weil zum Beispiel ihr gesundheitlicher Zustand die immens umfangreichen Baumaßnahmen nicht verkraftet hätte.

Was konkret passiert? Gebaut wird an Heizung, Warmwasserversorgung und Strangsanierung (einschl. Kernbohrungen), ebenso an der Wärmedämmung in Keller und Dach sowie an Fenster, Fassade und im Treppenhaus. Die Beeinträchtigungen durch Lärm und Dreck während dieser Bauarbeiten sind enorm. Noch schlimmer aber ist, dass Abläufe oft unkoordiniert, die Arbeitsleistungen und -ergebnisse qualitativ fraglich sind. Es herrsch(t)en bisweilen chaotische Zustände, Zeitpläne wurden von Anfang an nicht eingehalten. Besonders schwierig war die Kommunikation, lückenhaft der Informationsfluss. So funktionierten Anfang Oktober trotz Beginn der Heizperiode und entgegen fester Zusagen die Heizungen in einzelnen Wohnungen nicht, Heizlüfter wurden erst auf Forderung der Betroffenen bereitgestellt. Derweil sind durchbohrte oder aufgesprungene Wandlöcher in manchen Wohnungen immer noch nicht geschlossen, verzögerte Fliesen- und Malerarbeiten dauern an. Und weil neue Toiletten fehlen, spülen einige Mieterinnen und Mieter seit Wochen aus dem Eimer. Auch Fassadenarbeiten gehen nicht oder nur schleppend voran, so dass Betroffene teilweise schon seit Monaten nicht gut lüften können oder im Dunkeln sitzen.

Bei all dem erwarten die Mieterinnen und Mieter zu Recht eine angemessene Entschädigung, für die Belastungen, Beeinträchtigungen und zusätzlichen Aufwendungen. Die Vonovia wird darauf großzügig eingehen müssen, will sie als Deutschlands größtes Wohnungsunternehmen ihrer – selbst zugeschriebenen – besonderen Verantwortung ihren Mieterinnen und Mietern (nicht nur) im Lettekiez gerecht werden.

 

Kostenlose Mietersprechstunde

Seitdem die Modernisierungspläne der Vonovia im Lettekiez bekannt sind (Frühjahr 2016), biete ich betroffenen Mieterinnen und Mietern meine Hilfe an, selbstverständlich kostenlos. Meine Sonder-Sprechstunden werde ich auch in 2018 fortführen. Die Termine können in seinem Abgeordnetenbüro unter (030) 643 13 744 oder per E-Mail bd@burkard-dregger.berlin erfragt werden.

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